„Biennale Architettura 2012 – Common ground“

29. November 2012

Die im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindende Architekturbiennale in Venedig ist beendet. Auch in diesem Jahr war die ANH Hausbesitz GmbH & Co. KG vor Ort und konnte die überwältigenden Eindrücke erleben. Mit der Umsetzung ihres aktuellen Projektes „ReUseTHEBOX“ realisiert die ANH wichtige Inhalte des Themenkomplexes „Reduce, Reuse, Recycle“, mit denen sich der deutsche Pavillon auf der Biennale präsentiert.


„Common ground” lautet das Motto der Architekturbiennale in Venedig, die vom 29.08. – 25.11.12 stattfand. Es lässt sich übersetzen als das große Gemeinsame allen Bauens, als weltumspannende Arbeitsgrundlage und Geisteshaltung aller Architekten. David Chipperfield, der diesjährige Leiter der Biennale, definiert Architektur feierlich als Folge und Manifestation des Strebens nach Freiheit von allen Fesseln, die uns die menschliche Bedürftigkeit auferlegt - und als das Verständnis für die Grenzen des Machbaren. So steht es im Foyer des italienischen Pavillons zu lesen.


Die in der Ausstellung vorgestellten 16 Positionen und Strategien zeigen das hohe schöpferische und architektonische Potenzial, das in einem affirmativen Umgang mit Bestand liegt.



Pavillon Deutschland: “Reduce, Reuse, Recycle – Architecture as Resource“


Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft und altert – ein großmaßstäblicher Umverteilungs- und Umwertungsprozess findet statt. Die Arbeit mit dem Gebäudebestand ist längst zur wichtigsten architektonischen Aufgabe geworden: Es geht um Schrumpfung und Verkleinerung und um Revitalisierung, Umnutzung, Ergänzung in bestehenden Gebäuden und das Füllen von Lücken im Gewebe der Städte. Der Gebäudebestand – auch die wenig geschätzten Gebäude und Siedlungen der Nachkriegsmoderne – muss als wichtige energetische, kulturelle, soziale und architektonische Ressource für die Gestaltung unserer Zukunft erkannt und eine grundsätzlich affirmative Haltung gegenüber dem Vorhandenen entwickelt werden.


Reduce / Reuse / Recycle steht als erfolgreicher Slogan für die Umwertung von Müll zu Wertstoff: Die 3 Rs bilden die ‚Abfall-Vermeidungshierarchie‘. An erster Stelle steht mit ‚Reduce‘ die Verringerung des Abfallvolumens: die Abfallvermeidung. Danach folgt ‚Reuse‘: die möglichst direkte Weiterverwendung. Erst an dritter Stelle kommt die materielle Umformung durch ‚Recycling‘. Je geringer die Änderung des Ausgangsprodukts, desto besser ist also der Prozess. Durch die Übertragung dieser Logik auf Architektur erhält man ein mögliches Wertesystem zum Umgang mit Bestandsgebäuden: Je weniger Änderungen gemacht werden, und je weniger Energie aufgewendet wird, umso effektiver ist die Umbau-Strategie.


Die Wertschätzung des Vorhandenen ist die beste Voraussetzung für einen freien Umgang. Das Ärmliche, Seltsame, Alltägliche als architektonische Ressource ernst zu nehmen eröffnet eine neue Möglichkeit architektonischen Handelns.

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